Naturzerstörung, vor allem die Beeinträchti­gung von Fauna und Flora, ist nicht, wie man meist glaubt, eine Sache der letzten paar Jahrzehnte. Der Naturschutzgedanke regte sich bereits 1870, als sich der pensionierte Oberstleutnant Joseph Schöffel, in einer heute direkt modern klingenden Umweltschutzkampagne, gegen den Reichstagsbeschluß wendete, mit dem 5.000 Joch des Wienerwaldes zur Abholzung freigegeben werden sollten. 'Die so genannten Wohlfahrtswälder haben Einfluß auf Temperatur, Regen- und Feuchtigkeitsverhältnisse; sie sind ein wichtiger Faktor für das Klima und die Fruchtbarkeit. Ein solcher Wohlfahrtswald ist jedenfalls der Wienerwald. Wer entgegen den Erfahrungen, entgegen den Lehren und Kundgebungen unserer vorzüglichsten Naturforscher, den Einfluß auf das Klima und die Fruchtbarkeit des Landes zu leugnen wagt, der muß unfehlbar oder dumm sein', schrieb er in einem offenen Brief an den Landtagsabgeordneten und damaligen Finanzminister Rudolf Brest. Auf Grund des entstan-denen öffentlichen Interesses, zog die Regierung den Gesetzesentwurf zurück. Der Retter des Wienerwaldes Joseph Schöffel wurde Ehrenbürger von 102 Wienerwaldgemeinden und Bürgermeister von Mödling.