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Der Naturschutz - Wachdienst in Niederösterreich |
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Seite 1 von 4  Joseph Schöffel (1832-1910) | Naturzerstörung, vor allem die Beeinträchtigung von Fauna und Flora, ist nicht, wie man meist glaubt, eine Sache der letzten paar Jahrzehnte. Der Naturschutzgedanke regte sich bereits 1870, als sich der pensionierte Oberstleutnant Joseph Schöffel, in einer heute direkt modern klingenden Umweltschutzkampagne, gegen den Reichstagsbeschluß wendete, mit dem 5.000 Joch des Wienerwaldes zur Abholzung freigegeben werden sollten. 'Die so genannten Wohlfahrtswälder haben Einfluß auf Temperatur, Regen- und Feuchtigkeitsverhältnisse; sie sind ein wichtiger Faktor für das Klima und die Fruchtbarkeit. Ein solcher Wohlfahrtswald ist jedenfalls der Wienerwald. Wer entgegen den Erfahrungen, entgegen den Lehren und Kundgebungen unserer vorzüglichsten Naturforscher, den Einfluß auf das Klima und die Fruchtbarkeit des Landes zu leugnen wagt, der muß unfehlbar oder dumm sein', schrieb er in einem offenen Brief an den Landtagsabgeordneten und damaligen Finanzminister Rudolf Brest. Auf Grund des entstan-denen öffentlichen Interesses, zog die Regierung den Gesetzesentwurf zurück. Der Retter des Wienerwaldes Joseph Schöffel wurde Ehrenbürger von 102 Wienerwaldgemeinden und Bürgermeister von Mödling. | 1913 beklagte Dr. Friedrich König im ersten erschienen Heft der 'Blätter für Naturkunde und Naturschutz in Niederösterreich', dass, wenn er sich seiner Jugendzeit erinnert, das Vorhandene 'gerade noch im Bestand erkennbar ist, wo früher Massen verschiedenster Pflanzenarten vorhanden waren, Sammler die Spezialitäten und die Menschenmenge des Sonntags auch die in Mengen vorhandenen, bunteren Mitglieder der heimischen Naturgesellschaft ausrotteten'. Im gleichen Artikel wird auch schon die Forderung nach Schaffung von 'Reservaten' gestellt, die bedrohten Tieren, Pflanzen und Landschaftsteilen nachhaltigen Schutz und Erhaltung gewährleisten sollten. Er vertrat bereits damals die Ansicht, dass dafür aber auch eine 'besondere Bewachung und Kontrolle' notwendig wäre und empfahl ein 'pfadfinderähnliches Naturschutzkorps zu organisieren'. Dr. A. Ginzberger führt in seinem, im Heft 2 der erwähnten Publikation erschienen Artikel aus: 'Einen wirklichen Wert hat aller Naturschutz nur dann, wenn er auf unbegrenzte Zeit garantiert ist' und stellt eindeutig die Forderung nach einem Naturschutzgesetz, denn 'niemand dürfte mehr bestimmte darin aufzuzählende Eingriffe in die Natur vornehmen, ohne die Naturschutzbehörde davon vorher in Kenntnis zu setzen und ihr Gelegenheit zum Einspruch zu geben. Allen Behörden müsste der Grundgedanke des Naturschutzes selbstverständlich werden, sodass sie bei allen ihren Verfügungen an die Natur als an etwas denken, das ebenso zu berücksichtigen ist, wie die Interessen der Menschen'.
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